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Ein Schönes Lugnasadh 2016

 

 

 

 

 

 

  

Hallo liebe Leser!

Es haben mich viele Anfragen zu „Venedigerzeichen“ erreicht, das ursprünglich für das Frühjahresprogramm beim LEDA-Verlag vorgesehen war. Aber leider, leider, leider … hat mein Verlag Tillas neustes Husarenstück wieder ausgeplant und auf unbestimmte Zeit verschoben, obwohl die Verlegerin mein jüngstes Werk als „sehr spannend geschrieben“ einstufte.

Natürlich bin ich darüber sehr enttäuscht, aber bitte haben Sie alle auch Verständnis. LEDA ist ein kleiner Verlag, der mit seinen Mitteln haushalten muss. Seinen Schwerpunkt hat LEDA überdies nicht im Bereich der Harzkrimis, sondern bei den Freveltaten der nördlichen Waterkant.

Vielleicht werden Sie nun einwenden, dass die Klengel’schen Ergüsse doch bei den gängigen Verkaufsplattformen gut bis sehr gut bewertet sind; Das habe ich auch getan. Deswegen an dieser Stelle meinen besten Dank an all diejenigen, die sich die Mühe gemacht haben, eine Rezession zu verfassen … und tausend Küsse für die „5 Sterne“-Bewertungen. Ohne dieses wohlwollende Feedback von Ihnen allen, hätte ich die Schreiberei wohl schon längst aufgegeben. Oh ja … und ich glaube, es gibt keinen deutschsprachigen Autor, der noch nicht darüber nachgedacht hat.

Obwohl man in Deutschland versucht, mit der Buchpreisbindung Autoren und Verlage zu schützen, nagt ein Großteil der deutschen Autoren am Hungertuch – würde nagen, wenn jene Autoren ihr Handwerk verrichteten, um Geld zu verdienen. In Deutschland ist das Schreiben von Büchern ein Hobby. Mehr nicht.

Wenn mir die Worte aus den Fingern fließen, oder ich an geschriebenen Zeilen feile, dann denke ich stets: Ich hab den tollsten Job der Welt! Wenn ich meinen Kontostand betrachte, erreiche ich die Realität dann wieder – mit brachialer Gewalt. Warum ist das so?

Vielleicht haben Deutschlands Autoren und Deutschlands Milchbauern ein ähnliches Problem. Wir überschwemmen den Markt mit unserem Produkt.

Okay – Milch ist Milch (zahlreiche Milchbauern verwünschen mich nun vermutlich). Ein Buch trifft nicht jedermanns Geschmack, selbst dann, wenn es mit Preisen überhäuft wird. Also sollte es möglichst viel Auswahl geben, damit jeder etwas nach seinem Geschmack finden kann. 2014 sind 87.134 neue Titel erschienen, das ist der niedrigste Wert seit zehn Jahren. Also sind Bücher vielleicht doch nicht mit Milch vergleichbar? Na ja … es sind noch immer sehr, sehr viele Neuerscheinungen. Was bedeutet: Jeder Autor hat irrsinnig viel Konkurrenz.

Wirtschaftler raten in so einem Falle, sich eine Marktnische zu suchen. Toll. Ich fürchte, jeder Mord ist schon einmal beschrieben worden. Marktnische kann somit allenfalls der eigene Schreibstil sein. Wie viel anders kann man schreiben? Was lassen Lektoren und Verlage zu? Antwort: Kaum bis keine Abweichungen. Denn denen raten Wirtschaftler nämlich, auf bewährte Konzepte zu setzen.

Wie finden (skurrile) Bücher dann zum (skurrilen) Leser?

Da die Branche allgemein über zu wenig Mittel verfügt, scheidet Werbung weitgehend aus. Mit einem (irrsinnig teuren) Werbespot werden nur die Bücher beworben, die es eigentlich nicht nötig haben.

Wir kleine Autoren sind noch immer auf die mittelalterliche Methode der Mund-zu-Mund Propaganda angewiesen. Die wiederum hat sich durch die Möglichkeiten in Verkaufsplattformen online Rezessionen zu verfassen und (möglichst viele) Sterne zu vergeben, durchaus verbessert und in Richtung Moderne bewegt. Dennoch ist es unglaublich schwer, bekannt zu werden und höhere Absatzzahlen zu erreichen. Deswegen bleiben die meisten Autoren „arme Poeten“, so auch ich ... und haben leider keinen Einfluss darauf, ob oder wann ein Buch erscheint.

 

  

 Mit herzlichen Harzer Hexengrüßen

Corina Klengel

 

 

   

 

 Spitzwegs "Armer Poet" (Quelle: Wikipedia)

 

 

 

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